Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben Wolfegg
Historische Gebäude, lebendige Kulturlandschaft
Auch wenn es manchen wie eine Zeitreise vorkommen mag: Das Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben Wolfegg vermittelt keine geschönte Illusion längst vergangener Zeiten, sondern macht greifbar, wie unsere Vorfahren hier in der Region gearbeitet, gewohnt und gelebt haben. 28 historische Gebäude sind erhalten – teils jahrhundertealt. Dazu eine sorgfältig gepflegte Kulturlandschaft, die zeigt, wie die Menschen Obst und Gemüse früher angebaut haben.
Dass das im Museum vertretene Kulturgut bis heute erhalten geblieben ist, verdanken wir einer Bürgerinitiative: 1978 gründete sich die „Fördergemeinschaft zur Erhaltung des ländlichen Kulturguts e.V.“ und ließ in der Folge das Freilichtmuseum am Rand von Wolfegg entstehen. Längst trägt unser Landkreis das Museum und die Gesamtfläche ist heute deutlich größer als bei der Gründung. Nach mehr als 40 Jahren ist es selbst Teil der neueren Geschichte der Region geworden.
Der Ansatz eines Freilichtmuseums ist so einfach wie hoch komplex: Es gilt, historische Bauwerke, die vom Verfall bedroht sind, zu bewahren und für nachfolgende Generationen zu erhalten. Ist dies an Ort und Stelle nicht möglich, siedelt man die Gebäude kurzerhand um. Wobei „kurzerhand“ sicher viel zu kurz greift: Die teils jahrhundertealten Gebäude trägt man dazu Stein für Stein ab, man dokumentiert die Bauweise – und baut dann die Gebäude ebenso Stein für Stein auf dem Museumsgelände wieder auf. „Translozierung“ nennen Fachleute das Verfahren.
Translozierung
Für Außenstehende kaum vorstellbar: Als „Translozierung“ bezeichnet man in der Denkmalpflege eine Form der Gebäudeversetzung, bei der man das Bauwerk dokumentiert, abbaut und anschließend möglichst originalgetreu an anderer Stelle wiederaufbaut. Das Verfahren ist unter Fachleuten umstritten, weil dabei immer ein Teil der „Gebäudegesamtheit“ verloren geht – und sei es nur, weil das Umfeld ein ganz anderes ist. Trotzdem kann die Methode häufig die einzige Option sein, die bleibt – etwa dann, wenn man das Gebäude an Ort und Stelle nicht erhalten kann.
Nur das Fischerhaus stand ursprünglich hier
So auch im Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben Wolfegg: Auf über 15 Hektar hat man neben den Bauernhäusern auch diverse Nebengebäude, die man ebenfalls erhalten konnte, hier wiederaufgebaut. Keimzelle war, wenn man so will, das historische Fischerhaus. Als einziges der Gebäude des Museums hat man es an Ort und Stelle errichtet. Seit 1778 steht es hier und diente früher Generationen fürstlicher „Hoffischer“ als Wohn- und Arbeitsstätte. Nicht ganz unpassend ist heute die Gaststätte des Museums im Fischerhaus untergebracht.
Neben den Gebäuden können Sie mehr als 20.000 historische Objekte bewundern. Bei Besucherinnen und Besuchern ist aber vor allem die große Kulturlandschaft beliebt, die einen Einblick in den Obst- und Pflanzenbau von damals gibt. Die Wiesen und Felder mit Gemüse, heimischen Blumen und Kräutern, alten Obstbäumen, Hecken und Sträuchern laden förmlich zum Spazieren und Verweilen ein. Bei den kleinen Gästen sind außerdem die zahlreichen Tiere sehr beliebt, die das Museumsgelände beleben. Wir halten hier Hühner, Ziegen, Schweine, Gänse und natürlich das Allgäuer Braunvieh.
Das Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben Wolfegg in Zahlen:
- Gründung: 1978
- Unser Landkreis hat es 2003 übernommen.
- Historische Gebäude: 28 größere Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie diverse Nebengebäude
- Größe: über 15 Hektar
- Besucher und Besucherinnen: etwa 80.000 pro Jahr
- Ältestes Bauwerk: Die „Zehntscheuer“, fast 600 Jahre alt!




