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Ringzug Bodensee-Oberschwaben

Strecke Aulendorf-Kißlegg soll elektrifiziert und ausgebaut werden

Nach positiver Machbarkeitsstudie möchten wir in die konkrete Planung mit der Deutschen Bahn und dem Land Baden-Württemberg einsteigen

Der Kreistag hat Ende 2025 beschlossen, dass die Bahn und das Land gemeinsam mit finanzieller Unterstützung von Landkreis und Gemeinden einen Ausbau und eine Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Aulendorf und Kißlegg planen sollen. Eine Machbarkeitsstudie schlägt eine Variante vor, die zusätzliche Verkehre ermöglicht, realistisch zu finanzieren ist und Aussicht auf eine Förderung über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) hat. Dieses Gesetz sieht eine Mischfinanzierung von Bund, Land und gemeindlicher Seite vor.

Demnach sollen die Elektrifizierung und der Ausbau der Strecke Aulendorf – Kißlegg laut der Grobschätzung der Machbarkeitsstudie insgesamt etwas über 100 Millionen Euro kosten. Davon müsste die Region etwa 7,8 Millionen Euro aufbringen (alle Zahlen orientieren sich am Preisstand von 2023). Wir übernehmen die Hälfte der regional zu tragenden Kosten und Risiken, sofern die Gemeinden die andere Hälfte übernehmen. Dafür erhält die Region unter anderem zusätzlich zur bisherigen stündlichen Regionalbahnverbindung von Aulendorf nach Kißlegg mit Weiterführung nach Leutkirch oder Wangen eine weitere stündliche Regionalbahnverbindung ohne Umstieg von Friedrichshafen über Aulendorf bis Bad Waldsee. Weil dann nur noch Elektrotriebzüge in der Region fahren, wird der Betrieb flexibler und stabiler. Nur mit diesem Ausbau kann man das Zugangebot verlässlich und attraktiv gestalten.

Weil die Infrastruktur stark ausgelastet und zwischen Aulendorf und Kißlegg veraltet ist, ist es schwierig, den heutigen Fahrplan zwischen Allgäu und Schussental verlässlich anzubieten. Es gibt oft Verspätungen und verpasste Anschlüsse von der Regionalbahn von Aulendorf nach Kißlegg auf den Regionalexpress von und in Richtung Memmingen-München. Erst, wenn die Zeit zum Umsteigen in Kißlegg länger ist und die Züge pünktlicher sind, kann man die Anschlussverbindungen zuverlässig nutzen. Weil man in Richtung Ravensburg-Friedrichshafen zukünftig nicht mehr in Aulendorf umsteigen muss, wird das Angebot attraktiver und zuverlässiger. Die Elektrifizierung behebt strukturelle Nachteile und stellt in Aussicht, dass man auch regionale und überregionale Verkehre auf die Strecke bringen kann. So können wir neue Fahrgäste gewinnen und die Strecke auf Dauer fortbestehen lassen.

„Der Beschluss zum Einstieg in die Planung zur Elektrifizierung und den Ausbau der Strecke Aulendorf - Kißlegg ist ein bedeutender Schritt hin zu einem Bahnangebot, das Allgäu und Schussenbecken zuverlässig und attraktiv verbindet“, betont unser Landrat Harald Sievers, der auch Vorsitzender des Interessenverbandes bodo-Ringzug ist. “Wie bei Bahnprojekten üblich, ist ein langer Atem gefragt. Aber Land, Bahn und Kreis stehen hinter dem Bahnausbau. Bis die ersten Elektrozüge rollen, wird es aber wohl noch ca. 15 Jahre dauern.“

„Der Abschluss der Machbarkeitsstudie zum bodo-Ringzug und die Einigung auf eine Vorzugsvariante sind eine gute Grundlage für die nächsten Schritte. Damit können wir in die nächsten Stufen der Verhandlungen gehen. Aufgrund der Vielzahl der Projekte im Land müssen wir jedoch den Fokus behalten. Der bodo-Ringzug steht in Konkurrenz zu anderen Großprojekten wie dem Ausbau und der Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn und der Brenzbahn bei den finanziellen Mitteln und den Planungsressourcen der Deutschen Bahn. Das gehört zur Wahrheit dazu“, sagt Verkehrsminister Winfried Hermann. „Der bodo-Ringzug ist nicht das einzige Projekt, das um Landesmittel und vor allem Bundesmittel sowie um die Planungsressourcen der Deutschen Bahn konkurriert. Ausreichend Regionalisierungsmittel des Bundes im System Schiene insgesamt sind die Grundlage, dass das Land hier auch mitfinanzieren kann. Wir werden uns als Land hier intensiv für die Region einsetzen, weil der bodo-Ringzug zu den langfristigen Planungen des Landes für einen attraktiveren Zugverkehr im Raum Oberschwaben-Bodensee gehört. Wir wollen den regionalen Bahnverkehr im Südosten von Baden-Württemberg deutlich verbessern und mit den bestehenden Angeboten auf den angrenzenden Strecken wie der Bodenseegürtelbahn oder der Südbahn verknüpfen.“