Landkreis Ravensburg schreitet bei der Sonnen-Energiewende voran

Erneuerbare Energien

Der Landkreis Ravensburg hat sich mit dem Handlungsfeld „Agenda Erneuerbare Energien“ der aktuellen Kreisstrategie zum Ziel gemacht, den Anteil an regenerativ erzeugter Energie und die Energieeffizienz im Landkreis deutlich zu steigern sowie den Energieverbrauch zu senken. Zu deren Erfüllung ist eine konsequente Ausschöpfung der lokal vorhandenen Erneuerbare-Energien-Potenziale erforderlich. Bei 1.700 Sonnenstunden pro Jahr spielt hier die Solarenergie für eine nachhaltige Energiezukunft eine bedeutende Rolle. Mit dem einstimmig verabschiedeten Energieleitbild wurde sich zum Ziel gemacht, die EU-, Bundes- und Landesziele umzusetzen bzw. zu überbieten. So sollen zum Beispiel bis zum Jahr 2030 über 55% des landkreisweiten Stromverbrauchs und bis zum Jahr 2050 zu 100% regenerativ abgedeckt werden.

 Durch bereits installierte Erneuerbare-Energien-Anlagen können 46,62 % (647.374 MWh/a) des Stromverbrauchs und 17,39 % (574.065 MWh/a) des Wärmeverbrauchs im Landkreis Ravensburg regenerativ abgedeckt werden. Neben Strom und Wärme muss auch der Kraftstoffverbrauch sinken und gleichzeitig der Anteil erneuerbarer Energien im Sektor Verkehr erhöht werden. Dafür hilft einerseits eine Umstellung auf alternative Antriebstechniken und die Bereitstellung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Andererseits liegt der Grundstein der Energiewende in der Verkehrsvermeidung und -verlagerung, das heißt in der Verringerung der Verkehrsnachfrage und der Verteilung des Verkehrsaufkommens auf nicht motorisierte Verkehrsmittel und den öffentlichen Verkehr. Grundlegendes Ziel der Agenda Erneuerbare Energien ist die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung und Wärmebereitstellung im Landkreis Ravensburg. Dafür werden folgende Leitlinien angestrebt: Der Landkreis unterstützt Investorinnen und Investoren durch fachliche und rechtliche Beratung sowie durch aktive und konstruktive Begleitung in Genehmigungsverfahren. Außerdem informiert und berät er seine Kommunen in Bezug auf die Gestaltung der Flächennutzungs- und Bebauungspläne („Erneuerbare-Energien-freundlicher Landkreis“). Als Träger öffentlicher Belange kann der Landkreis Vorschläge zum Einsatz von erneuerbaren Energien bereits beim Scoping-Termin einbringen. Der unter Federführung der Energieagentur Ravensburg entwickelte digitale Infrastrukturmasterplan des Zweckverbandes OEW kann als Planungsinstrument für energetische Quartierskonzepte, sogar über Kreisgrenzen hinweg, eingesetzt werden. Der Landkreis nutzt bei Bauprojekten kreiseigener Immobilien (Sanierungen und Ersatzneubauten) konsequent seine Möglichkeiten, den Energieverbrauch zu senken und erneuerbare Energien einzusetzen. Bestehende Strukturen und etablierte Projekte wie die Solarinitiative des Landes Baden-Württemberg bzw. das regionale Photovoltaik-Netzwerk Bodensee-Oberschwaben unter Federführung der Energieagentur Ravensburg sollen eingebunden werden, um Fachwissen und Synergien zu nutzen. Aufgrund des vorhandenen Potenzials der Stromgewinnung aus Photovoltaik, wird der Schwerpunkt daraufgelegt, Ravensburg in den „Solarstrom-Landkreis Nr. 1“ in Baden-Württemberg zu verwandeln. Mit der Berücksichtigung verschiedener Zielgruppen sind in sechs Handlungsfeldern die im Folgenden zusammengefassten Aktivitäten geplant, um die Sonnen-Energiewende im Landkreis voranzubringen:

  • Im Handlungsfeld Eigenstromerzeugung die Installation von PV-Dachanlagen auf allen technisch und wirtschaftlich geeigneten Landkreis-Liegenschaften in Verbindung mit notwendigen Sanierungen von Dachflächen. Zusätzlich der Aufruf an die Städte und Gemeinden im Landkreis, sich durch gemeinsame Gründung eines Bündnisses ebenfalls den Ausbau der Solarenergie auf die Agenda zu schreiben.
  • Im Handlungsfeld Freiflächenphotovoltaik die Benennung einer Ansprechpartner/in für einen standardisierten Ablauf innerhalb des Landratsamtes.
  • Im Handlungsfeld Innovation zum einen die Prüfung der Umsetzungsmöglichkeiten von Pilotvorhaben und innovativen Projekten und zum anderen die Integration der Sonderkategorie „Solarenergie“ in den WiR-Innovationspreis.
  • Im Handlungsfeld Bildung und Beratung die Durchführung von Kooperationsveranstaltungen mit der Energieagentur Ravensburg sowie deren Unterstützung beim Ausbau von Beratungsangeboten speziell zu Solarenergie. Zudem die Erstellung eines Leitfadens oder Informationsflyers für die Zusammenarbeit mit Kommunen. Landkreiseigene Schulen werden das Thema Solarenergie über das Projekt „Energieversorgung Schul- und Verwaltungsquartier Ravensburg“ in den Unterricht einbeziehen.
  • Im Handlungsfeld Kommunikationskampagne die Bewerbung des Online-Solaratlas des Landkreises, die Bereitstellung von Informationen und die Ausschreibung eines Foto-Wettbewerbs zu Stecker-Solargeräten sowie der Aufbau einer Solarpaten/innen-Datenbank und die Durchführung von PV-Energiespaziergängen.
  • Im Handlungsfeld Monitoring die Evaluierung der eigenen Entwicklung, auch im Vergleich zu anderen Landkreisen und Regionen.

Der Fokus der Agenda Erneuerbare Energien Landkreis Ravensburg liegt auf einer konsequenten Ausschöpfung der lokal vorhandenen Erneuerbare-Energien-Potenziale, insbesondere der Solarenergie. Für eine gelungene Energiewende sind neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien zusätzlich Maßnahmen der Energieeinsparung und der Energieeffizienzsteigerung wesentliche Elemente. Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie in der „Agenda Erneuerbare Energien Landkreis Ravensburg“.

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