Bauernhausmuseum Allgäu-Oberschwaben

Historische Gebäude, lebendige Kulturlandschaft

Auch wenn es manchen wie eine Zeitreise vorkommen mag: Das Bauerhausmuseum Allgäu-Oberschwaben vermittelt keine geschönte Illusion längst vergangener Zeiten, sondern macht greifbar, wie unsere Vorfahren hier in der Region gearbeitet, gewohnt und gelebt haben. 19 historische Bauernhäuser wurden erhalten – teils Jahrhunderte alt. Dazu eine sorgfältig gepflegte Kulturlandschaft, die zeigt, wie Obst und Gemüse früher angebaut wurden.

Vogelperspektive Gelände Bauernhausmuseum
Ziegen auf dem Außengelände des Bauernhausmuseum

Dass das im Museum vertretene Kulturgut bis heute erhalten geblieben ist, verdanken wir einer Bürgerinitiative: 1978 wurde die „Fördergemeinschaft zur Erhaltung des ländlichen Kulturguts e.V.“ gegründet und ließ in der Folge das Bauernhausmuseum am Rand von Wolfegg entstehen. Längst ist es in Trägerschaft des Landkreis Ravensburg und die Gesamtfläche heute deutlich größer als bei der Gründung. Nach mehr als 40 Jahren ist es selbst Teil der neueren Geschichte der Region geworden.

Der Ansatz eines Freilichtmuseums ist so einfach wie hoch komplex: Es gilt, historische Bauwerke, die vom Verfall bedroht sind, zu bewahren und für nachfolgende Generationen zu erhalten. Ist dies an Ort und Stelle nicht möglich, werden die Gebäude kurzerhand umgesiedelt. Wobei „kurzerhand“ sicher viel zu kurz greift: Die teils Jahrhunderte alten Gebäude werden dazu Stein für Stein abgetragen, die Bauweise wird dokumentiert – und dann werden die Gebäude ebenso Stein für Stein auf dem Museumsgelände wieder aufgebaut. „Translozierung“ nennen Fachleute das Verfahren.

Translozierung

Für Außenstehende kaum vorstellbar: Als „Translozierung“ bezeichnet man in der Denkmalpfleget eine Form der Gebäudeversetzung, bei der das Bauwerk dokumentiert, abgebaut und anschließend möglichst originalgetreu an anderer Stelle wiederaufgebaut wird. Das Verfahren ist unter Fachleuten nicht unumstritten, weil dabei immer ein Teil der „Gebäudegesamtheit“ verloren geht – und sei es nur, weil das Umfeld ein ganz anderes ist. Trotzdem kann die Methode häufig die einzige Option sein, die bleibt – etwa dann, wenn das Gebäude an Ort und Stelle nicht erhalten werden kann.

Nur das Fischerhaus stand ursprünglich hier

So auch im Bauernhausmuseum Allgäu-Oberschwaben: Auf 15 Hektar wurden neben den Bauernhäusern auch diverse Nebengebäude, die ebenfalls erhalten werden konnten, hier wiederaufgebaut. Grundstock war, wenn man so will, das historische Fischerhaus. Es ist als einziges der Gebäude des Museums an Ort und Stelle errichtet worden. Seit 1778 steht es hier und diente früher Generationen fürstlicher „Hoffischer“ als Wohn- und Arbeitsstätte. Nicht ganz unpassend ist heute die Gaststätte des Museums im Fischerhaus untergebracht.

Neben den Gebäuden sind mehr als 20.000 historische Objekte zu bewundern. Bei Besuchern ist aber vor allem die große Kulturlandschaft beliebt, die einen Einblick in den Obst- und Pflanzenbau von damals gibt. Die Wiesen und Felder mit Gemüse, heimischen Blumen und Kräutern, alten Obstbäumen, Hecken und Sträuchern laden förmlich zum Spazieren und Verweilen ein. Bei den kleinen Gästen sind außerdem die zahlreichen Tiere sehr beliebt, die das Museumsgelände beleben. Hühner, Ziegen, Schweine, Gänse und natürlich das Allgäuer Braunvieh werden hier gehalten.

Das Bauernhausmuseum Allgäu-Oberschwaben in Zahlen:

  • Gründung: 1978
  • Übernahme durch den Landkreis Ravensburg: 2003
  • Historische Gebäude: 19 größere Wohn- und Wirtschaftsgebäude (sowie diverse Nebengebäude)
  • Größe: 15 Hektar
  • Besucher: Ca. 80.000 pro Jahr
  • Ältestes Bauwerk: Die „Zehntscheuer“, vermutlich fast 600 Jahre alt!

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