Artenschutz

Im Artenschutz ist die Naturschutzbehörde erster Ansprechpartner vor Ort. Etliche Zuständigkeiten liegen beim Regierungspräsidium Tübingen. Der Artenschutz umfasst den Schutz und die Pflege wild lebender Tier- und Pflanzenarten in ihrer natürlichen und historisch gewachsenen Vielfalt. Er befasst sich mit dem Schutz von Populationen einzelner Arten, aber auch mit dem Schutz ganzer Lebensräume.

Aufgabenbereiche

Besitz, Vermarktung und Haltung besonders geschützter Arten

Es ist nur unter wenigen, streng geregelten Ausnahmen möglich, mit Tieren und Pflanzen der besonders geschützten Arten legal zu handeln, sie im Privathaushalt zu halten oder sie gewerblich zur Schau zu stellen. Derjenige, der eine geschützte Art besitzt, muss die legale Herkunft nachweisen. Aber nicht nur lebende Tiere und Pflanzen sind geschützt, sondern auch Präparate und Produkte und Teile aus den besonders geschützten Arten unterliegen demselben strengen Schutz. Bei Fragen hierzu wenden Sie sich bitte an Ihre Ansprechpartner.

Kontakt:
Tel.: 0751 / 85-4245  oder  0751 / 85-4210

Exotisches Souvenir

Viele Tier- und Pflanzenarten, aus denen derartige Souvenirs hergestellt werden, sind in ihrem Bestand gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Insbesondere exotische Tier- und Pflanzenarten unterliegen mittlerweile strengen Einfuhrbestimmungen. Mancher Reisende erkennt nicht, dass der Kauf solcher Erinnerungsstücke ein böses Erwachen nach sich ziehen kann.
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Telefon: 0751/85-4245  oder  0751/85-4210

Mein Wohnhaus bzw. ein Haus in der Nachbarschaft wird saniert ...

... und darin haben immer Vögel genistet. Was ist zu tun? Viele Vogelarten und alle Fledermausarten sind geschützt. Deshalb dürfen deren Lebensstätten auch im Rahmen von Sanierungen nicht ohne weiteres beseitigt werden. Melden Sie bitte jedes bekannte Vorkommen unter Angabe der beobachteten Art und deren Anzahl (soweit möglich) an Ihre Ansprechpartner.

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Tel.: 0751 / 85-4245  oder   0751 / 85-4210

Hornissen

 Da natürliche Baumhöhlen selten geworden sind, sucht sie sich oft eine Ersatzhöhle im menschlichen Siedlungsbereich. Solche gern aufgesuchten Nistplätze sind Vogelnistkästen, alte Schuppen, Holzverschalungen an Terrassen und Balkonen, aber auch Rollladenkästen und Nischen in Dachböden. Die einheimische Hornisse (Vespa crabro) zählt wegen ihrer akuten Bestandsgefährdung zu den besonders geschützten Arten. Sie darf nicht getötet und ihr Nest darf nicht zerstört werden! Ausnahmen/Befreiungen von den Schutzbestimmungen dürfen nur von den zuständigen Behörden für Naturschutz und Landschaftspflege ausgesprochen werden.

Flyer "Wespen, Hornissen und andere Insekten" ((31,1 KB))

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Amphibien

Mit den ersten milden Temperaturen im Frühling erwachen auch die Amphibien aus ihrer Winterstarre. Frösche, Kröten und Molche machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Auf ihrer Wanderung müssen sie häufig Straßen überqueren, wobei viele der Tiere überfahren werden. Seit vielen Jahren helfen zahlreiche Freiwillige tatkräftig mit, um den Amphibien ein gefahrloses Überqueren der Straßen zu ermöglichen. Zumeist werden die Tiere mit der Zaun-Kübel-Methode vom Erreichen der Fahrbahn abgehalten und von freiwilligen Betreuern über die Straße getragen, wo sie ihren Weg zum Laichgewässer unbeschadet fortsetzen können. Nach und nach sollen die betroffenen Straßenabschnitte mit dauerhaften Schutzanlagen (z. B. Amphibien-Tunnel-Leitanlage) ausgestattet werden.

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Gehölzpflege

Für die Tier- und Pflanzenwelt sind Frühling und Sommer die wichtigsten Jahreszeiten, um sich zu vermehren und ihre Art zu erhalten. In der Vegetationszeit vom 1. März bis zum 30. September gelten daher besondere gesetzliche Regelungen. In den stark besiedelten Gebieten sind private Gärten oft die letzten Rückzugsgebiete für viele Tiere. Insbesondere Vögel sind zur Aufzucht ihrer Jungen auf Hecken, Sträucher und Bäume angewiesen, und darauf, ungestört zu bleiben.

Im Zeitraum Oktober bis Februar ist das Roden von Gehölzen erlaubt.

Ab Beginn der Vegetationszeit gelten die folgenden gesetzlichen Bestimmungen:

  • Es ist verboten, Bäume zu entfernen, die außerhalb des Waldes oder von gärtnerisch genutzten Grundflächen (zum Beispiel Haus- und Ziergärten) stehen. Auch Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze dürfen nicht gänzlich abgeschnitten oder auf den Stock gesetzt werden. Damit sollen das Blütenangebot für Insekten und Verstecke sowie Brut- und Nistplätze für Vögel und Kleinsäuger sichergestellt werden.
  • Schonende und fachgerechte Form- oder Pflegeschnitte, um den Zuwachs von Gebüschen zu beseitigen oder Bäume gesund zu erhalten, sind zulässig. Dazu gehört zum Beispiel auch der Sommerschnitt von Obstbäumen.
  • Bei den zulässigen Pflegearbeiten (z.B. Fällung eines Baumes im Ziergarten) dürfen Tiere der besonders und streng geschützten Arten (dazu gehören alle Vogel-, Amphibien- und Reptilienarten sowie Fledermäuse) nicht zu Schaden kommen, verletzt oder gar getötet werden. Das gilt auch für ihre Entwicklungsformen wie beispielsweise Eier. Während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser und Wanderzeiten dürfen die Tiere nicht derart gestört werden, dass sich ihr lokaler Bestand verschlechtert. Außerdem ist darauf zu achten, dass Fortpflanzungs- oder Ruhestätten (zum Beispiel Nester oder Höhlen) nicht aus der Natur entnommen, beschädigt oder zerstört werden.

Ausnahmen zu den oben genannten Regelungen gelten für

  • behördlich angeordnete Maßnahmen,
  • zulässige Bauvorhaben bei denen nur geringfügig Gehölzbewuchs beseitigt werden muss,
  • Maßnahmen die im öffentlichen Interesse nicht auf andere Weise oder zu einem anderen Zeitpunkt durchgeführt werden können. (z.B. Gewährleistung der Verkehrssicherheit)

Im Zweifelsfall hilft ein Anruf bei der unteren Naturschutzbehörde weiter.

Die untere Naturschutzbehörde bittet die Bürgerinnen und Bürger, die heimische Flora und Fauna zu schützen und die Vorgaben zu beachten. Es wird empfohlen, anstehende Arbeiten im Zusammenhang mit Gehölzen noch rechtzeitig vor Beginn der Vegetationszeit durchzuführen, um Konflikte mit gesetzlichen Vorgaben zu vermeiden.
 
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