Bodenschutz - Altlasten

Kontakt Sachgebiet Bodenschutz, Altlasten
Kreishaus II
Gartenstraße 107
Ravensburg
Tel.: 0751 / 85-4216
Fax: 0751 / 85-4205
E-Mail:

Anbindung ÖPNV: 
Linie 1, 2, 3, 5, 10, 20, 30, 31, 7573
Haltestelle "Kraftwerk"

Sprechzeiten:

Montag - Mittwoch
08.00 - 12.00 Uhr
13.30 - 15.30 Uhr

Donnerstag
08.00 - 12.00 Uhr
13.30 - 17.30 Uhr

Freitag
08.00 - 12.00 Uhr

und nach Vereinbarung

In diesem Sachgebiet werden fachtechnische und rechtliche Aufgaben des Bodenschutzes, Auffüllungen, Abgrabungen und Altlastenfälle bearbeitet.

Themengebiete

Auffüllungen

Eine Geländeveränderung (Aufschüttung, Abgrabung) im Außenbereich als selbstständiges Vorhaben bedarf nach § 19 Abs. 1 Nr. 2 Naturschutzgesetz einer Genehmigung, soweit es sich um ein genehmigungspflichtiges Vorhaben im Sinne des § 49 Landesbauordnung handelt. Genehmigungsfreie bauliche Anlagen sind Geländeveränderungen bis 2 m Höhe nur, wenn die Aufschüttungen und Abgrabungen nicht mehr als 500 m² Fläche haben.

Antrag auf bau- und naturschutzrechliche Genehmigung einer Erdauffüllung/Erdabgrabung (269 KB)

Eine Auffüllung/ Abgrabung, die keiner behördlichenZulassung oder Anzeige nach anderen Rechtsvorschriften bedarf, ist nach § 17 Abs. 3 Bundesnaturschutzgesetz naturschutzrechtlich genehmigungspflichtig.

Antrag auf naturschutzrechtliche Genehmigung einer Auffüllung/Abgrabung (189,2 KB)

Kontakt:
Tel.: 0751/85-4232 oder 0751/85-4215, 0751/85-4213

Bodenschutz

Mit Boden ist sparsam, schonend und haushälterisch umzugehen. Grundsätzlich darf nur soviel Boden verbraucht werden, wie unbedingt erforderlich ist. Generelles Ziel des Bodenschutzes ist die Verminderung des Bodenverbrauches. Die natürlichen Funktionen des Bodens wie Fruchtbarkeit für Nutzpflanzen, Standort für wertvolle Biotope und Habitate, Schutz vor Überschwemmung und Filter für das Wasser sollen auf Dauer erhalten bleiben. Um dies zu gewährleisten, wird die Bodenschutzbehörde bei allen Planungen und Genehmigungen im Vorfeld beteiligt, wenn das Schutzgut Boden betroffen ist. Durch Schadstoffeintrag kann ein Boden so stark verunreinigt sein, dass von ihm eine Gefahr für Menschen oder andere Umweltgüter ausgeht. Mit dem Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten (Bundes-Bodenschutzgesetz) und der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung wurden einheitliche Maßstäbe festgelegt, um Bodenverunreinigungen abzuwehren und bereits eingetretene schädliche Bodenveränderungen zu sanieren oder deren Auswirkungen zu begrenzen. Die Vorgehensweise für schädliche Bodenveränderungen und für Altlasten ist identisch.

Informationen und Wissenswertes zum Bodenschutz bei Baumaßnahmen erhalten Sie im Flyer "Bodenschutz beim Bauen (1,421 MB)".

Kontakt:
Tel.: 0751 / 85-4215 oder 0751 / 85-4213

Verwertung von Bodenaushub 

Allgemeines

 Bodenaushub ist grundsätzlich einer sinnvollen Verwertung zuzuführen. Große Mengen werden zur Rekultivierung von Abbaustellen benötigt. Auch für Tiefbaumaßnahmen und im Landschaftsbau wird Bodenaushub als Baumaterial verwendet. Er darf jedoch nur dann ohne besondere technische Sicherungsmaßnahmen verwendet werden, wenn er frei von Belastungen und Verunreinigungen, also unbelastet und damit unbedenklich, ist. Grundsätzlich kann die Unbedenklichkeit nur durch einen sachverständigen Gutachter festgestellt werden. Für belasteten Bodenaushub gelten besondere Sicherheitsvorkehrungen.

Unbedenklichkeitserklärung

In besonders eindeutigen Fällen, wo eine Belastung von vornherein nicht zu erwarten ist, kann auch der Bauherr, Architekt, Bauleiter oder Fachbauleiter die Unbedenklichkeit bestätigen. Durch seine Unterschrift erklärt derjenige, der Bodenaushub abgibt (Abgeber) gegenüber demjenigen, der den Bodenaushub annimmt (Abnehmer) und gegenüber den zuständigen Behörden, dass das Bodenmaterial frei von Schadstoffbelastungen und Verunreinigungen ist. Dazu ist das unten stehende Formular zu Unbedenklichkeit zu verwenden.

Formular zur Unbedenklichkeitserklärung

 Das unten stehende Formular ist gewissenhaft (vollständig) auszufüllen und spätestens mit der ersten Fuhre an den Abnehmer des Bodenaushubs zu übergeben. Boden, der mit einem unvollständig ausgefüllten Formular angeliefert wird, darf nicht angenommen werden. Falsche oder fehlerhafte Angaben können straf- und zivilrechtlich belangt werden. Darüber hinaus können Haftungs- und Schadensersatzansprüche entstehen. Bodenaushub, dessen Herkunft und Unbedenklichkeit nicht feststeht, darf nur an dafür zugelassenen Orten aufgefüllt werden.

Vereinfachte Erklärung über die Herkunft und Unbedenklichkeit von Bodenaushub (105,8 KB)

Altlasten

Was sind Altlasten?
Der Begriff „Altlasten“ wird im Bundes-Bodenschutzgesetz definiert. Danach sind „Altlasten“ alte Ablagerungen von Abfällen (Altablagerungen) und ehemals industriell oder gewerblich genutzten Grundstücke (Altstandorte), von denen Gefahren für den Menschen oder die Umwelt ausgehen bzw. durch die bereits Schäden an Umweltgütern verursacht wurden.

Die Einstufung einer Fläche als Altlast setzt damit die Feststellung einer tatsächlichen Gefahr für Mensch und Umwelt oder eines bereits eingetretenen Schadens an Schutzgütern voraus. Geht von der Altablagerung oder dem Altstandort keine Gefahr aus, liegt keine Altlast gemäß Bundes-Bodenschutzgesetz vor. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass bei Eingriffen in den Untergrund auf diesen Flächen stellenweise verunreinigter Boden angetroffen wird, der nach den entsprechenden abfallrechtlichen Bestimmungen zu verwerten bzw. entsorgen ist. 

Altlastverdächtige Flächen sind noch nicht untersuchte Flächen, bei denen auf Grund der früheren Nutzung jedoch der Verdacht auf eine Gefährdung der betroffenen Umweltgüter besteht.

Wie werden altlastverdächtige Flächen/Altlasten im Landratsamt Ravensburg bearbeitet?
Die Altlastenbearbeitung hat das Ziel, Gefahren für Mensch und Umwelt zu verhindern bzw. bereits eingetretene Schäden an Schutzgütern zu beseitigen.

Die große Anzahl an altlastverdächtigen Flächen und Altlasten erfordert ein gestuftes systematisches Vorgehen nach der Maßgabe einer fachlich begründeten Prioritätensetzung. Altlastverdachtsflächen bzw. Altlasten werden stufenweise bearbeitet, d.h. von der "Diagnose" (Erfassung, Untersuchung, Bewertung) bis zur möglicherweise notwendigen "Therapie" (Sanierung) wird schrittweise vorgegangen. Für eine zuverlässige "Diagnose" sind die altlastverdächtigen Flächen nach ihrer Erfassung zu untersuchen und zu bewerten. Dann kann ggf. über die Notwendigkeit einer "Therapie" - also Sanierung - entschieden werden.

Kontakt:
Tel.: 0751 / 85-4216 oder 0751 / 85-4217 oder 0751 / 85-4218 oder 0751 / 85-4219 oder 0751 / 85-4220

Bodenschutz- und Altlastenkataster

Welche Flächen werden im Bodenschutz- und Altlastenkataster erfasst?
Im Landkreis Ravensburg sind derzeit rund 600 Altlastverdachtsflächen und Altlasten bekannt. Außerdem wurden 1014 Verdachtsflächen erfasst, bei denen sich der Altlastenverdacht nicht bestätigt hat („B-Fälle“).
Diese Flächen sind im Bodenschutz- und Altlastenkataster dokumentiert. Die ermittelten Erkenntnisse zu jeder Fläche (z. B. Lage, Nutzungsgeschichte, durchgeführte Untersuchungen, Handlungsbedarf …) werden im Bodenschutz- und Altlastenkataster zusammengeführt und fortlaufend aktualisiert. Die Flächen sind mit Hilfe eines Geoinformationssystems digital erfasst. 

Wo bekommen Sie Auskünfte aus dem Bodenschutz- und Altlastenkataster?
Auskünfte aus dem Bodenschutz- und Altlastenkataster können bei der jeweiligen Gemeinde oder beim Sachgebiet Bodenschutz beantragt werden.

Antrag auf Auskunft aus dem Bodenschutz- und Altlastenkataster (12,1 KB)

Für schriftliche Auskünfte aus dem Bodenschutz- und Altlastenkataster werden Gebühren erhoben.

Kontakt:
Tel.: 0751 / 85-4216 oder 0751 / 85-4217 oder 0751 / 85-4218 oder 0751 / 85-4219 oder 0751 / 85-4220

Grundstücksverkehr/Bauvorhaben und altlastverdächtige Flächen/Altlasten

Altlastverdächtige Flächen bzw. Altlasten auf Grundstücken
führen in der Regel zu einem erheblichen Wertverlust des jeweiligen Grundstücks. Unter Umständen kann das altlastenbehaftete Grundstück nur eingeschränkt genutzt werden. 

Kaufinteressenten sollten sich deshalb vor dem Erwerb eines Grundstücks umfassend informieren, ob die Fläche im Bodenschutz- und Altlastenkataster geführt wird oder ob es Hinweise auf eine altlastenrelevante Vornutzung des Geländes gibt. Im Rahmen eines Grundstücksverkaufs hat der Verkäufer den Käufer auf einen ihm bekannten „Mangel“ in Form eines Altlastenverdachts oder einer Altlast auf dem Grundstück hinzuweisen.

Werden altlastverdächtige Flächen/Altlasten im Rahmen von Bauvorhaben erst beim Ausheben der Baugrube festgestellt, können bestehende Finanzierungs- und Zeitpläne schnell nicht mehr eingehalten werden. Bei einem begründeten Verdacht, dass der Baugrund mit Schadstoffen belastet ist, sollte deshalb schon im Planungsstadium des Bauvorhabens ein Sachverständiger eingeschaltet werden. Mit der rechtzeitigen Durchführung von geeigneten Untersuchungsmaßnahmen werden die Risiken kalkulierbar und die wirtschaftlich günstigsten Lösungen können aufgezeigt und realisiert werden.