OEW bringen Strom auf die Landstraße – Ladesäule in Bad Waldsee ist in Betrieb genommen

Kreis Ravensburg – Vor über hundert Jahren haben die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) elektrischen Strom aufs Land gebracht. Jetzt bringt der Zweckverband Elektro-Power auf die Straßen im Landkreis Ravensburg: Sieben neue Normal-Ladesäulen in Bad Wurzach, Baienfurt, Isny, Leutkirch sowie an den Oberschwabenklinik-Standorten in Bad Waldsee, Ravensburg und Wangen ergänzen die Schnell-Ladesäulen an den Landratsamts-Standorten in Leutkirch, Ravensburg und Wangen. Kürzlich wurde die Ladesäule beim Bürgerbüro des Landkreises (Kfz-Zulassung) in Bad Waldsee von Landrat Harald Sievers, Bürgermeister Roland Weinschenk, Kreistags- und Gemeinderatsmitglied Bernhard Schultes und EnBW-Kommunalberater Alexander Schuch offiziell in Betrieb genommen.

Nahmen die OEW-Ladesäule beim Bürgerbüro des Landkreises (Kfz-Zulassung) in Bad Waldsee gemeinsam in Betrieb (von links): Landrat Harald Sievers, Kreis- und Gemeinderat Bernhard Schultes, Bürgermeister Roland Weinschenk und EnBW-Kommunalberater Alexander Schuch. Foto: Stadt Bad Waldsee.

„Wir wollen mit diesem Projekt die E-Mobilität im ländlichen Raum voranbringen, indem wir auch Standorte in der Fläche mit Ladeinfrastruktur versorgen“, erklärte Landrat Harald Sievers, der selbst überzeugter E-Autofahrer und Verwaltungsratsmitglied des Zweckverbands ist. „Ein schöner Aspekt dabei ist, dass die OEW damit fast genau 110 Jahre nach ihrer Gründung wieder an ihre Wurzeln anknüpfen können, denn es war vor vielen Jahrzenten einmal ihr Auftrag, Elektrizität in den ländlichen Raum zu bringen. Heute bringen wir den Strom an die Straße und leisten damit wieder einen wichtigen Infrastruktur-Beitrag“, so Sievers weiter.

Die OEW-Ladesäulen (AC-Ladestationen) verfügen über sogenannte Typ2-Stecker mit einer maximalen Ladeleistung von 22 Kilowatt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, an der Säule mit einem „normalen“ Schutzkontakt-Stecker zu laden, dann allerdings nur mit einer Leistung von 3,7 Kilowatt. Pro Ladesäule können zwei Elektro-Fahrzeuge gleichzeitig Strom tanken, vom Pedelec bis zum großen E-Auto. Für den Ladevorgang bringt der Nutzer, im Gegensatz zu beispielsweise an den Autobahnen stehenden Schnell-Ladesäulen (DC-Ladestationen), sein Kabel selbst mit. Bei dem rein kilowattstundenbasierten Ladetarifmodell der EnBW wird ausschließlich für die geladene Strommenge bezahlt. Für die Bezahlung des Ladevorgangs stehen dem Fahrer gleich mehrere Möglichkeiten zur Verfügung: per Ladekarte diverser Anbieter oder schnell und einfach mit der EnBW mobility+ App. Im Standard-Tarif zahlen E-Mobilisten 39 Cent/Kilowattstunde (kWh) beim Normalladen (AC) ohne monatliche Grundgebühr. Im Viellader-Tarif mit einer monatlichen Grundgebühr von 4,99 Euro ab dem vierten Monat reduzieren sich die Preise auf 29 Cent/kWh.

Insgesamt 54 moderne Ladesäulen lässt der Zweckverband aktuell im ländlichen Raum seiner neun Verbands-Landkreise aufstellen. Die Idee dahinter: Mit Umkreisen von jeweils nur etwa 50 Kilometern um jede Ladesäule soll ein dichtes Netz an Auflademöglichkeiten entstehen. Damit sollen künftig elektrische Autofahrten über Land besser möglich sein. Die neuen Säulen in den Landkreisen Alb-Donau-Kreis, Biberach, Bodenseekreis, Freudenstadt, Ravensburg, Reutlingen, Rottweil, Sigmaringen und Zollernalbkreis werden von der EnBW errichtet und betrieben. Rund 700.000 Euro kostet diese Infrastrukturmaßnahme. Etwa 60 Prozent davon trägt der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke, 40 Prozent der Kosten werden vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des Förderprogramms für den Aufbau von Ladeinfrastruktur in Deutschland übernommen.

Pressedienst Nr. 211
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Ravensburg, den 11.10.2019