Landkreis Ravensburg und Bodenseekreis fordern Land zur Förderung der Radschnellverbindung zwischen Baindt und Friedrichshafen auf

Kreis Ravensburg – Mit einem gemeinsamen Schreiben haben sich die Landräte der Kreise Ravensburg und Bodenseekreis, Harald Sievers und Lothar Wölfle, Mitte Juli an den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann MdL gewandt. Darin fordern sie eine andere Klassifizierung sowie eine durchgängige Förderung der geplanten Radschnellverbindung zwischen Baindt und Friedrichshafen durch das Land.

„Die geplante Radschnellverbindung im Verdichtungsraum Ravensburg/ Weingarten – Friedrichshafen erfüllt sowohl durch ihre regionale Bedeutung als auch durch die zu erwartende Nachfrage im Alltagsradverkehr alle Voraussetzungen, um als Landesradweg eingestuft und entsprechend gefördert zu werden“, sind sich die Landräte einig. In Stuttgart sieht man dies bislang zumindest noch anders. Einer kürzlich veröffentlichten Liste zur „Voraussichtlichen Baulast Radschnellverbindungen Baden-Württemberg“ zufolge soll nämlich nur der Abschnitt Ravensburg – Weingarten in Zuständigkeit des Landes fallen. Dies ist aus oberschwäbischer Sicht nicht nur eine verkehrspolitische Fehleinschätzung, sondern hätte zudem auch zur Folge, dass die Stadt Ravensburg für die Baukosten aufkommen müsste, da nach den entsprechenden Vorgaben Städte über 30.000 Einwohner die so genannte Baulast selbst zu tragen haben. Dies wollen die beteiligten Landkreise so nicht hinnehmen und bitten Minister Hermann deshalb um seine Unterstützung. Zwar werde die geforderte Zahl von 2.500 potenziellen Radfahrern am Tag derzeit noch nicht auf allen Streckenabschnitten erreicht, gemittelt über die gesamte Strecke werde die Zahl jedoch sogar übertroffen.

„Wir sind uns sicher, dass die Umsetzung einer Radschnellverbindung in unserer wirtschaftlich sehr starken Region eine hohe Kosten-Nutzen-Relation erzeugen und perspektivisch viele Berufspendler zum Umsteigen veranlassen wird – zumal die geplante Strecke einen Teil der Hauptpendlerachse in Oberschwaben bildet, parallel zur überlasteten B 30“, argumentieren Sievers und Wölfle. „Nicht ohne Grund“ sei die circa 29 Kilometer lange geplante Strecke von Baindt über Baienfurt, Weingarten, Ravensburg und Meckenbeuren nach Friedrichshafen als die einzige mögliche und laut Gutachten auch realisierbare Radschnellverbindung im Regierungsbezirk Tübingen eingestuft. „Die vielfach propagierte Verkehrswende darf nicht nur in Stuttgart, Mannheim oder Heidelberg gefördert werden, sondern gerade auch im ländlichen Raum“, verlangen die beiden oberschwäbischen Landräte in ihrem Schreiben an das Stuttgarter Verkehrsministerium.

Pressedienst Nr. 164
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Ravensburg, den 30.07.2019