Fischereivereine und Landratsamt diskutieren Erfahrungen und Konsequenzen aus dem Hitzesommer 2018

Kreis Ravensburg – Das Landratsamt Ravensburg hat unlängst Vertreter der Fischereivereine des Landkreises zu einem gemeinsamen Diskussionsabend eingeladen. Thema des Abends waren dabei die Erfahrungen aus dem außergewöhnlich trockenen und warmen Jahr 2018 und die Folgen für die Gewässer und Fischbestände des Landkreises.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Stefan Häussler, der Leiter des Sachgebiets Oberflächengewässer im Bau- und Umweltamt, die anwesenden Vertreter der Fischereivereine sowie weitere Behördenvertreter des Regierungspräsidiums Tübingen und Landratsamtes. Häussler betonte dabei, wie wichtig es angesichts von mehreren tausend Gewässerkilometern im Landkreis sei, sich mit den Fischern vor Ort auszutauschen, um negative Entwicklungen frühzeitig erkennen zu können. Das Jahr 2018 habe sich im gesamten Landkreis fast durchgängig zu trocken und zu warm dargestellt und viele Pegelstände hätten nahe an ihren historischen Tiefständen gelegen. Zustände, mit denen in Zukunft häufiger gerechnet werden müsse. Diese Einschätzung teilte auch Uwe Dußling von der Fischereibehörde des Regierungspräsidiums Tübingen und stellte in seinem Vortrag besonders die Notwendigkeit von strukturellen Verbesserungen zur Schaffung von Rückzugsräumen, die Beschattung der Gewässer, sowie eine Reduktion stofflicher Belastungen hervor.
In der anschließend offenen Runde berichteten zahlreiche Vereinsmitglieder aus dem Kreis von ihren Erfahrungen. Trocken gefallene Gewässer habe es einige gegeben, zu einem punktuellen Massensterben von Fischen, wie man es in anderen Landesteilen gesehen habe, sei es hingegen weniger gekommen. Teile der Fischbestände seien vielmehr über einen längeren Zeitraum nach und nach verendet. Auch habe sich die Verlandung der Weiher und Seen beschleunigt. Erschwerend sei hinzugekommen, dass an einigen Wasserkraftanlagen kein ausreichender Mindestwasserabfluss mehr vorhanden gewesen sei oder dass Biberdämme zu einem kompletten Versiegen von Bachläufen geführt hätten. Das Umwälzen von Seewasser zur Sauerstoffanreicherung wurde hingegen von der Mehrheit der Anwesenden kritisch gesehen – zu unwägbar seien die Folgen. So sei vielerorts die hohe Wassertemperatur für die Fische kritischer gewesen als der Sauerstoffgehalt des Wassers. Die Gewässertemperatur könne durch das flächige Verspritzen von Wasser aber noch erhöht werden.
Einigkeit bestand bei allen Teilnehmern dahingehend, dass die Verwaltung auch in Zukunft auf die Wachsamkeit und das ehrenamtliche Engagement der Vereine angewiesen sei. Zum einen können nur so Verstöße gegen Umweltauflagen in der Fläche geahndet werden. Zum anderen sei aber auch die Tatkraft der Ehrenamtlichen unabdingbar, wenn es um eine Erhöhung der Widerstandskraft der Gewässer geht. Diese solle durch eine ausreichende Bepflanzung der Gewässerrandstreifen und damit einhergehende Beschattung der Gewässer sichergestellt werden. Außerdem wolle das Landratsamt zusammen mit den Fischereivereinen bei den Gemeinden dafür werben, die Vereine zu unterstützen und sich weiterhin beim Aktionsprogramm Sanierung oberschwäbischer Seen (SOS) zu engagieren.
In der Hoffnung, dass sich die extremen Bedingungen des vergangenen Jahres nicht zeitnah wiederholen werden, bedankte sich Häussler für die zahlreiche Teilnahme und die engagierte Diskussion.

Pressedienst Nr. 82 
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Ravensburg, den 02.04.2019