FLutInformations- und WArnSystem (FLIWAS 3) - Vorsorge gegen das nächste Hochwasser

Kreis Ravensburg - Bereits zum 14. Mal trafen sich Anfang Dezember Vertreter der Landkreise Ravensburg, Biberach und des Bodenseekreises, sowie der Städte und Gemeinden aus den Einzugsgebieten von Schussen, Argen und Aitrach, um sich über aktuelle Hochwasserthemen auszutauschen. Die Hochwasserpartnerschaft, die als landesweit erste Ihrer Art im Jahr 2003 gegründet wurde, dient den Mitgliedern als Informations- und Austauschplattform für alle Themen rund um Flusshochwasser und zunehmend auch um Starkregen.

Hochwasser an der Oberen Argen unterhalb Staudachmühle Mai 2019

Dass man sich im Bad Waldseer Rathaus der drohenden Gefahren durch Hochwasser bewusst ist und sich für den Ernstfall vorbereitet, belegte der Leiter der Abteilung Stadtentwässerung, Harald Beyrle, mit dem aktuell anstehenden Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens in der Krumhalde und einer stärkeren Digitalisierung der Niederschlags- und Abflussmessungen. Damit könnten kritische Wassermengen nicht nur in Echtzeit überwacht werden, damit sei vor allem auch eine Vernetzung über Stadt- und Gemeindegrenzen hinweg möglich und damit eine frühzeitige Gefahrenabwehr.

Stefan Häussler, Leiter des Sachgebiets Oberflächengewässer des Landratsamts Ravensburg stellte das Programm FLutInformations- und WArnSystem (FLIWAS 3) vor, das im Landratsamt seit einem Jahr in Betrieb ist. Diese Software bündelt im Hochwasserfall alle wichtigen landesweiten und lokalen Informationen zu Abfluss- und Niederschlagsmengen und bietet damit den Städten und Gemeinden die Möglichkeit, die Hochwasseralarm- und Einsatzpläne übersichtlich abzuarbeiten, Ereignisse und Vorgänge zu dokumentieren und die jeweilige Hochwasserlage darzustellen. Nach einem Vortrag des Regierungspräsidiums Tübingen, die Hochwassergefahrenkarten im Schusseneinzugsgebiet fortzuschreiben, stellte Joachim Schneider, Leiter des Ortsbauamts der Gemeinde Berg, die Fortschritte in der Starkregengefahrenermittlung seiner Gemeinde vor. Nachdem sich auch in Berg in den vergangenen Jahren die Schadensereignisse durch Starkregen häuften, entschloss man sich dort zu einer mit Landesmitteln geförderten Untersuchung des Gemeindegebiets. Ziel einer solchen Starkregengefahrenanalyse ist es nach Auskunft von Experte Häussler, nach Lösungen für bekannte Problemstellen zu suchen oder mögliche kritische Stellen schon vor dem nächsten Starkregen zu kennen.
Info über FLIWAS 3: INFO-Portal Fliwas 3

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Ravensburg, den 18.12.2019