Was bedeutet "vorläufige Unterbringung"?

Das Landratsamt ist als untere Aufnahmebehörde für die Unterbringung während des laufenden Asylverfahrens zuständig, die sogenannte vorläufige Unterbringung. Diese endet mit rechtskräftiger Entscheidung über den Asylantrag in Form einer Anerkennung oder Ablehnung. Erfolgt zunächst keine Entscheidung über den Asylantrag, endet die vorläufige Unterbringung 24 Monate nach Aufnahme des Asylbewerbers im Landkreis. In beiden Fällen folgt die sogenannte Anschlussunterbringung.

Während der vorläufigen Unterbringung ist es den Flüchtlingen grundsätzlich nicht gestattet, in privaten Wohnraum zu ziehen und einen privaten Mietvertrag abzuschließen.
Die Unterbringung der großen Anzahl an Asylbewerbern und Flüchtlingen lässt sich nur bewerkstelligen, indem Gemeinschaftsunterkünfte eingerichtet und betrieben werden. Daher werden auch Großraumunterkünfte und Sporthallen belegt.
In regulären Unterkünften oder gar Wohnungen kann diese Vielzahl an Menschen nicht untergebracht, betreut und versorgt werden.  Zum einen ist es nicht möglich, die dafür nötige Anzahl an kleinteiligen, dezentralen Einheiten, wie z.B. Wohnungen, zur Verfügung zu stellen und zu betreiben, zumal nicht annähernd so viele freie Wohnungen vorhanden sind. Zum anderen könnte der notwendige Umfang der sozialen Betreuung bei einer rein dezentralen Unterbringung nicht gewährleistet werden, insbesondere, weil gerade in der Anfangszeit eine relativ intensive Betreuung wichtig ist. Das gleiche gilt für die Bereiche der Wohnheimverwaltung und des Hausmeisterdienstes.