Ab wann dürfen Asylbewerber arbeiten?

In den ersten drei Monaten
Während der der ersten drei Monate des Aufenthalts sowie während des Aufenthalts in einer Erstaufnahmeeinrichtung dürfen Asylbewerber weder arbeiten noch eine Ausbildung beginnen.

Drei Monate nach Asylantragsstellung
Nach Ablauf der ersten drei Monate dürfen Asylbewerber bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag unter bestimmten Bedingungen und nach Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit arbeiten. Die Arbeitsagentur prüft zuvor, ob die gewünschte Stelle auch von einem Deutschen oder einem europäischen Migranten besetzt werden könnte - die sogenannte "Vorrangprüfung".
Bei Hochqualifizierten und Fachkräften in Engpassberufen ist keine Vorrangprüfung erforderlich. 

Fünfzehn Monate nach Asylantragsstellung
Nach fünfzehn Monaten Aufenthalt erhalten Asylbewerber auch ohne Vorrangprüfung Zugang zum Arbeitsmarkt. Eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ist nach wie vor erforderlich. 
  
Nach vier Jahren Aufenthalt in Deutschland
Nach vier Jahren Aufenthalt in Deutschland benötigen Asylbewerber keine Erlaubnis mehr durch die Bundesagentur für Arbeit und erhalten damit uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt.

Anerkennung des Asylantrags
Erhält ein Asylbewerber einen positiven Bescheid, darf er als Asylberechtigter sofort und ohne Einschränkungen arbeiten.

Bei einem Ablehnungsbescheid
Erhält ein Asylbewerber einen Ablehnungsbescheid seines Asylantrags, wird er nicht automatisch sofort abgeschoben.
Personen, die aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht abgeschoben werden können, erhalten eine sogenannte "Duldung". Im Falle einer Duldung hat der Geduldete sofortigen und zustimmungsfreien Zugang zum Arbeitsmarkt bei Berufsausbildungen und Beschäftigungen, welche die Voraussetzungen für eine Blaue Karte EU erfüllen.
Für alle sonstigen Beschäftigungen erhält der Geduldete Arbeitsmarktzugang nach drei Monaten Aufenthalt unter den gleichen Voraussetzungen wie bei Asylbewerbern.

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stand November 2015)