„Die Schwabenkinder“ und „Der Weg der Schwabenkinder“

Als Schwabenkinder werden die Kinder armer Bergbauernfamilien aus Vorarlberg, Tirol, Südtirol und der Schweiz bezeichnet, die seit dem 17. Jahrhundert bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts alljährlich nach Oberschwaben zogen, um auf den so genannten "Hütekindermärkten“ als Saisonarbeiter an oberschwäbische Bauern vermittelt zu werden. Das grenzüberschreitende Ausstellungsprojekt widmet sich den Themen Schwabenkinder und Arbeitsmigration aus den Alpen nach Oberschwaben.

Bild Schwabenkind auf dem Rückweg (aus "Die Schwabenkinder" von Otto Uhlig)
Arlbergpaß um 1900
Hütekindermarkt in Ravensburg (aus Gartenlaube, 1825)

Die Einrichtung der Dauerausstellungen und des Themenweges werden im Rahmen von zwei Interreg IV-Projekten realisiert:

  • Die Schwabenkinder
  • Der Weg der Schwabenkinder
Kurzbeschreibung des Projekts
EU-Förderprogramm
INTERREG IV A Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein
Laufzeit
15.04.2008 - 31.12.2013
Volumen
1.562.430 €
EU-Förderung
937.460 €
Beteiligte Länder
Deutschland
  • Bauernhaus-Museum Wolfegg , Eigenbetrieb Kultur im Landkreis Ravensburg (Leadpartner)
  • Museum Humpis-Quartier Ravensburg
  • Stadtarchiv Friedrichshafen
Österreich
  • Stadtarchiv Bregenz
  • Stadtmuseum Dornbirn
  • Angelika-Kauffmann-Museum Schwarzenberg
  • Frauenmuseum Hittisau
  • Kulturmeile Alberschwende
  • Museumsbahnverein Bezau
  • Gemeinde Schröcken
  • Elementa Walgau 
  • Museum Huberhus Lech
  • Klostertalmuseum Wald am Arlberg
  • Montafoner Heimatmuseum Schruns

Die Museen in Ilanz und Vals (CH) beteiligen sich als Kooperationspartner am Projekt.

Ausgangslage und Inhalt
In den beteiligten Regionen ist das Thema Schwabenkinder nicht zuletzt aufgrund des bekannten Romans von Elmar Bereuter und des Fernsehfilms "Die Schwabenkinder“ sehr präsent. Eine umfassende Dauerausstellung gibt es bislang nicht. Die Interreg IV-Projekte sollen die einstigen Stationen der Schwabengänger nachvollziehbar machen, indem sie das Thema "Schwabenkinder“ in Dauerausstellungen in Museen der Heimatorte der Kinder, den Durchgangsstationen sowie an einem Arbeitsplatz in Oberschwaben behandeln. Dauerhaft angelegte Ausstellungen bzw. Informationstafeln markieren die einzelnen Stationen, die durch einen Themenwanderweg miteinander verbunden werden. Ein Wanderführer beschreibt und illustriert die einzelnen Etappen sowie die beteiligten Einrichtungen. Für das Bauernhaus-Museum, das die Sozial- und Bewohnergeschichte seiner Gebäude in den Vordergrund stellt, liegt das Thema "Schwabenkinder“ nahe, da diese über Jahrhunderte hinweg eine der Bewohnergruppen auf oberschwäbischen Bauernhöfen bildeten.

Projektziele
Ziele des Interreg IV-Projektes sind das Aufzeigen der grenzüberschreitenden, historischen Verbindungen und gemeinsamen regionalgeschichtlichen Aspekte sowie die umfassende Information über das Phänomen der "Schwabengängerei" in den beteiligten Einrichtungen. Das Bauernhaus-Museum Wolfegg legt neben dem Ausstellungsteil einen Schwerpunkt auf ausführliche museumspädagogische Projekte zum Thema Schwabenkinder, die insbesondere an aktuelle Themen wie Arbeitsmigration anknüpfen; angesprochen sind ausdrücklich auch Schulklassen, die den Themenweg wandern. Durch die Einrichtung eines grenzüberschreitenden Themenwegs soll ein nachhaltiges kulturelles sowie touristisches Angebot geschaffen werden, das nicht zuletzt zu einer Steigerung der Attraktivität aller beteiligten Museen führt.

Kontakt

Bauernhaus-Museum Wolfegg
Vogter Straße 4
88364 Wolfegg

Tel. 07527-9550-0
Fax 07527-9550-10
E-Mail: info@bauernhaus-museum.de
Internet: www.bauernhaus-museum.de
Projektseite: www.schwabenkinder.eu