Nachhaltiges Moormanagement

Im Bodenseeraum, im Alpenrheintal und in Oberschwaben sind noch einzigartige Moore sowie Feuchtgebiete auf Moorböden erhalten. Die Projektkoordination im Landratsamt Ravensburg und die fünf weiteren Projektpartner aus Österreich, der Schweiz und Deutschland verfolgen in den Jahren 2010 bis 2013 das Ziel, einige dieser Lebensräume für bedrohte Moortiere und Moorpflanzen zu erhalten und zu verbessern. Mit Aktionen zur Bildung einer nachhaltige Entwicklung führen die Projektpartner Kinder und Erwachsene an die Natur heran und wecken Verständnis für die Moore.

Kreuzotter
Birkenbruchwald
Bläuling
Kurzbeschreibung des Projekts
EU-Förderprogramm
INTERREG IV A "Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein"
Laufzeit
01.07.2009 - 31.12.2013
Volumen
700.000 €
EU-Förderung
370.000 €
Förderung Schweiz
   24.000 €
Volumen Ravensburg
470.000 €
Beteiligte Länder und Projektpartner
Deutschland
BUND Regionalverband Bodensee-Oberschwaben,
Bad Saulgau
Landratsamt Ravensburg  
Österreich
Naturschutzbund Vorarlberg Dornbirn
inatura Erlebnis Naturschau Dornbirn
Schweiz
Schweizerische Stiftung für Vogelschutzgebiete (SSVG),
Ebnat-Kappel
Naturmuseum St. Gallen 

Ziel und Zweck

Biodiversität in Moorgebieten
Das Projekt zielt auf die Verbesserung und Optimierung von Hochmooren, Streuwiesen und die Vielfalt verschiedener Waldtypen ab. Schwerpunkte sind dabei die Einstellung moortypischer Grundwasserstände sowie die Planung und Initiierung von Pflegemaßnahmen (Erstpflege) zum Erhalt moorspezifischer Arten wie Hoochmoorgelbling, Große Moosjungfer, Kleine Moosjungfer, Kreuzotter, Neuntöter und Schwarzstorch. Neben der Schutzwürdigkeit als besonders vielgestaltiger Lebensraum zahlreicher Biozösen, ist das Arrisrieder Moos auch wegen seiner Größe von besonderer Bedeutung und zwar als extensiv genutzte nährstoffarme Insel in einer hoch intensiv genutzten und eutrophen Landschaft. Insofern also auch als Teil des Verbundes von Feuchtgebietslebensräumen im westlichen Allgäu.

Klimaschutz durch Verringerung der Torfmineralisation
Entwässerte Torfböden bauen sich im Durchschnitt um ca. 1cm pro Jahr ab (Torfmineralisation). Wiedervernässung von Moorböden bremst auf großer Fläche die Mineralisierung der Torfböden. Die CO2-Freisetzung aus Torfmineralisation wird reduziert und zusätzlich bei der Torfbildung gebunden. Wiedervernässung wirkt damit den Ursachen des Klimawandels entgegen. Gleichzeitig mildert die Stabilisierung des Wasserhaushalts die Auswirkungen des Klimawandels.
Intakte Moore puffern durch Retention sowohl die Abflüsse (Kappung von Hochwasserspitzen) als auch Niedrigwasserabflüsse und haben somit positive Auswirkungen auf Fließgewässerlebensräume.

Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit
Moorschutz ist aufwändig und bedarf folglich einer hohen Akzeptanz in Politik und Gesellschaft. Begleitende Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung sollen darauf abzielen, ein breites Verständnis für die Wertigkeit und Wichtigkeit von Mooren zu wecken und Wege für deren nachhaltige Nutzung aufzuzeigen.
Räumlicher Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit des Projektes wird im Kißlegger Raum liegen. In Anknüpfung an die Arbeit der Hochschule Nürtingen soll die Bevölkerung intensiv über die Besonderheit des Arrisrieder Mooses und die Maßnahmen zu dessen Wiedervernässung informiert und aufgeklärt werden.

Kontakt:

Ralf Schanz
LANDRATSAMT RAVENSBURG Umweltamt
Gartenstr. 107, 88212 Ravensburg
Tel.: 0751 85-4230, Fax: 0751 85-4205
E-Mail: ralf.schanz@landkreis-ravensburg.de

Projektwebseite: http://www.moormanagement.net/