Chancen-Pool Bodenseeregion

Der erste Bildungsbericht des Landkreises Ravensburg (2008) machte auf ein Problem aufmerksam: Zahlreiche Hauptschulabsolventen haben beim Einstieg in den Beruf erhebliche Schwierigkeiten. Mit dem EU-Projekt soll ein Modell entwickelt werden, welches Maßnahmen zur Schaffung besserer Voraussetzungen für Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf aufzeigt.

Kurzbeschreibung des Projekts
EU-Förderprogramm
INTERREG IV A "Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein"
Laufzeit
01.04.2010 - 31.12.2013
Volumen
1.172.836 €
EU-Förderung
586.418 €


Beteiligte Länder und Projektpartner
Deutschland
Landkreis Ravensburg (Leadpartner)

Caritas Bodensee-Oberschwaben
Österreich

Ausgangslage:

Insbesondere Schüler aus „bildungsfernen Elternhäusern“, aber auch Schüler mit Migrationshintergrund, haben Defizite bei den Basiskompetenzen. Dadurch wird ihr Einstieg in die Berufsausbildung im Kreis Ravensburg, aber auch in der Partnerregion Vorarlberg/Österreich erheblich erschwert. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, ein Modell für die koordinierte, zielgerichtete und frühzeitige Unterstützung der Berufswegeplanung zu schaffen.

Um bei den 19 teilnehmenden Haupt-, Werkreal-, Gemeinschafts- und Förderschulen der Klassenstufen 7 bis 10 die Betroffenen herauszufiltern und genannte Defizite gezielt beseitigen zu können, werden im Landkreis vorhandene Ressourcen zum Thema Berufseinstieg gebündelt und eine zusätzliche personelle Ressource eingesetzt, der Karrierebegleiter. Das Regionale Bildungsbüro schuf ein lokales Netzwerk von Institutionen, die am Übergang Schule - Beruf eine wichtige Rolle spielen.

Zu diesem Netzwerk gehören:
  • die Vertreter der Schulaufsicht Baden-Württemberg:
    • Regierungspräsidium Tübingen
    • Staatliches Schulamt Markdorf
  • Co-Finanziers und Maßnahmenträger:
    • Agentur für Arbeit
    • BBQ als Bildungsträger von Südwestmetall
    • Caritas Bodensee-Oberschwaben
    • Industrie und Handelskammer (IHK Bodensee-Oberschwaben)
    • Kreishandwerkerschaft Ravensburg

Damit sind alle am Übergang Schule – Beruf beteiligten Institutionen integriert und stellen die Nachhaltigkeit der Maßnahmen sicher.

Projektziele:

  • Gemeinsame Entwicklung eines Modells für das Programmgebiet, um den Übergang Schule - Beruf am Beispiel des Landkreises Ravensburg  und des Bundeslandes Vorarlberg möglichst reibungslos zu gestalten und effizient  zu unterstützen. Dies gilt ganz  besonders für die Zielgruppe der Jugendlichen mit schwachen schulischen Leistungen bzw. fehlender/mangelnder Elternunterstützung.
    Dies umfasst insbesondere:
    • Frühzeitige Erfassung der Jugendlichen im Alter ab 14 Jahren. Dies liegt also deutlich vor dem Pflichtschulabschluss. Es können rechtzeitig die passenden Maßnahmen umgesetzt werden.
    • Frühzeitige Begleitung mit Beratungs- und Coachingangeboten für die Jugendlichen sowie Setzen erforderlicher Nachqualifizierungsschritte, damit die Jugendlichen zum Ende der Pflichtschulzeit auch über die in der Gesellschaft und Wirtschaft geforderten Basiskompetenzen verfügen.
    • Einbezug und Nutzung der bestehenden Angebote sowie Koordinierung mit den in diesem Bereich bereits tätigen Einrichtungen, um eine optimale Abstimmung der Angebote zu erreichen und Zusatzangebote in diesen Kontext hinein zu platzieren. Damit soll sich ein Pool an aufeinander abgestimmten Maßnahmen ergeben, die für die Jugendlichen nutzbar gemacht werden.
  • Nutzung und Zusammenführung der im Landkreis Ravensburg und im Land Vorarlberg bisher gemachten Erfahrungen, um gemeinsame Entwicklungsschritte zur Verbesserung des Übergangs Schule-Beruf zu setzen.
  • Erhöhung der Ausbildungsquote